fermentierte Marillen-Salsa

„Moment, was meint er mit FERMENTIERTER Salsa?“, fragt ihr euch? „Was ist das schon wieder?“ Lange Zeit habe ich mich nicht mit fermentieren, einmachen oder einrexen auseinandergesetzt. Lediglich Knoblauch in Öl eingelegt, aber das war es schon. In diesem Beitrag erzähle ich euch die Vorteile von der Fermentation und zeige euch wie einfach mir die Zubereitung meiner geschmackigen Marillensalsa gelungen ist.

Zu allererst klären wir zwei Fragen, die uns brennend interessieren:

Paradeisqualität ist wichtig – #saisonal

Die Qualität eurer Paradeiser ist sehr wichtig, denn kauft ihr Paradeiser oder Tomaten ausserhalb der Saison, können diese meist sehr wässrig sein. Deswegen kann ich euch hier auch nur empfehlen, dass ihr lieber saisonal einkauft.

Und genau aus diesem Grund fermentieren wir unsere Salsa, wenn Paradeiser Saison haben. So sind sie länger haltbar und ihr könnt sie demnach bis über die Saison hinaus genießen.

copyright Thomas Grosmann

Was ist „fermentieren“?

Bei einer Fermentation spricht man von einer Gärung unter Ausschluss von Luft. Ihr seht es hier am Bild link. Die Zutaten für die Salsa werden in ein Glas gegeben und luftdicht verschlossen. In den nächsten beiden Tagen reagieren die Milchsäurebakterien im Obst und Gemüse und die Fermentation beginnt.

Mein ganz persönlicher Tipp: Verwendet doch bitte gerne alte Einmachgläser, die ihr zu Hause habt. Ich glaube jeder von uns hat irgendwo ein Glas mit Schraubdeckel, das er mal aufgehoben hatte. Es müssen nicht immer neue Gläser sein. Und wenn ihr keine habt, wäre jetzt ein passender Anlass sie nicht mehr weg zu schmeißen.

Denselben Prozess könnt ihr übrigens auch bei Pizzateigen anwenden, da müssen nur die Gläser dementsprechend größer sein.

Welche Vorteile hat das Fermentieren von Gerichten?

1. Perfekt für Anfänger:

Die fermentierte Salsa ist ein Einsteigerrezept. Also für alle, die noch keine Erfahrung damit haben. Das Rezept zeige ich euch weiter unten in diesem Beitrag. Dafür braucht ihr auch kein spezielles Equipment.

2. Gesund:

Durch die Fermentation entstehen Probiotika, die sich positiv auf eure Darmflora auswirken und die Verdauung fördern.


3. Geschmack:

Ihr könnt den Geschmack über die Fermentationsdauer auch selbst regulieren. Durch das Fermentieren wird der Geschmack eurer Salsa pfiffiger. Es entsteht Säure und je länger ihr die Salsa im Glas bei Raumtemperatur lässt, desto mehr Säure entsteht. Eure Salsa wird dadurch unverwechselbar gut im Geschmack.

4. Haltbarkeit:

Dieser Punkt ist so mein Lieblingspunkt. Wir haben oben ja darüber gesprochen, dass wir saisonale Lebensmittel verarbeiten sollten. Und warum nicht auch eine Salsa in der Weihnachtszeit dippen? Durch die Fermentation im Glas, wird die Salsa für bis zu mehrere Monaten haltbar gemacht. Frische Salsa hingegen hält nur wenige Tage im Kühlschrank – wie wir alle schon erlebt haben.

5. Konsistenz:

Nicht zu guter Letzt ist auch die Konsistenz wichtig. Wir kochen die Salsa ja nicht ein, sondern lassen sie im Glas „arbeiten“. Vorteil, wir haben keine Arbeit dabei, denn die Zutaten zersetzen sich von alleine und werden zu einer schönen Sauce zum Dippen.

Ihr seht, Fermentieren im Glas ist wirklich nicht schwer und es gibt auch nur wenig, was ihr falsch machen könnt. Ich bin mir sicher, ihr alle kennt Kimchi. Kimchi ist fermentierter Chinakohl aus Korea. Ja! Und das ist noch nicht alles, was ihr auch fermentieren könnt. Im Prinzip könnt ihr alle Gemüsesorten fermentieren, die härteren wie Kohl, Kraut, Rübe eignen sich etwas besser, aber weiches Obst und Gemüse wie Tomaten oder Marillen sind genauso gut geeignet und entwickeln einen tollen Geschmack.

Jetzt, wo wir uns bestens auskennen, probieren wir es einfach gleich mal aus.

copyright Thomas Grosmann

Zutaten für 2-3 Gläser

  • 500g Paradeiser nach Wahl
  • 4 Marillen
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 EL Zitronensaft
  • 2 Knoblauchzehen
  • frischer Koriander oder Petersilie
  • etwas Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel

Zubereitung

Die Tomaten werden gewaschen und getrocknet, die Marillen werden entsteint und alles wird klein geschnitten, so wie die Zwiebel und Knoblauch auch. Die Zitrone bleibt als einzige ganz – von ihr brauchen wir 1 EL des Saftes. Koriander und Petersil könnt ihr auch gleich mit verarbeiten oder ihr fügt es dann frisch hinzu.

Die Gläser – #recycling

Wie am Anfang des Beitrages schon erwähnt, kauft nicht extra Gläser sondern verwendet und recycelt Einmachgläser, Marmeladegläser, Nutellagläser, Vorratsgläser, die ihr zu Hause habt. Auf meinen Bildern seht ihr, dass ich auch alle möglichen Gläser verwende. Also ich finde das ja schon wieder charmant, so bekommt das Ganze auch wieder einen „persönlichen“ Touch und wir tun etwas für die Umwelt, indem wir Müll vermeiden.

copyright Thomas Grosmann

Der Prozess

Haben wir nun alle Zutaten geschnitten, vermengen wir sie miteinander und füllen sie dann in unsere Gläser. Die zubereitete Masse ergibt etwa 2 -3 Marmeladengläser.

Diese Gläser lassen wir nun bei Raumtemperatur (wir gehen von etwa 25 Grad aus) zugeschraubt 2-3 Tage stehen. In dieser Zeit beginnt die Milchsäure zu reagieren und Gase entstehen. Ihr seht dann, wenn kleine Luftbläschen in euren Salsagläsern aufsteigen. Die Gläser dabei täglich öffnen und umrühren.

Nach den ersten 2 bis 3 Tagen könnt ihr das erste Mal kosten und kontrollieren ob ihr schon den gewünschten Säuregrad erreicht habt. Wenn nicht, einfach weiter fermentieren lassen, bis euch der Geschmack gefällt.

Habt ihr den gewünschten Geschmack erreicht, könnt ihr eure Salsa gleich verspeisen oder auch für mehrere Monate im Kühlschrank lagern. Kontrolliert nur, ob sich nicht zu viel Kohlensäure im Glas bildet und öffnet sie hin und wieder zum „Dampf ablassen“.

Ihr seht, das Fermentieren ist keine große Hexerei. Natürlich gehören zu einer selbstgemachten Salsa auch Tortilla Chips oder Nachos. Auch dafür habe ich ein leichtes und schnelles Rezept für euch. Das Rezept findet ihr hier.

Was mich brennend interessiert ist: „Habt ihr schon Erfahrung mit Fermentieren gemacht?“ und „Was ist so euer Lieblingsrezept dabei?“ Schickt mir gerne eure Ideen und Inspirationen! Ich bin schon ganz gespannt.

Zubereitungszeit: ca. 2-3 Tage


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