Eiernockerl – der Klassiker der Wiener Küche

Manchmal braucht es wirklich nicht viel um sein eigenes Soulfood herzustellen. In meinem Fall sind es Eiernockerl. Achtung: Nicht zu verwechseln mit Eierspätzle. Spätzle sind viel kleiner und feiner von der Form her. Eiernockerl hingegen sind richtig schöne grosse Nockerl.

Dieser Klassiker der Wiener Küche ist gelingsicher, kostengünstig und schmeckt sowohl Gross als auch Klein. Eiernockerl werden am liebsten mit Schnittlauch und grünem Salat serviert. In meiner Version gibt es dazu noch etwas Röstzwiebel, denn ich finde die passen hervorragend dazu.

Zu Eiernockerln habe ich eine persönliche Geschichte aus meiner Kindheit.

copyright Thomas Grosmann

Meine Oma hat diese immer in großen Mengen zubereitet und dann portionsweise eingefroren. Für den Fall, dass wir spontan zu Besuch kamen und der Enkel nicht hungern musste. Naja, ihr wisst ja wie es um meine Körperstatur steht. Auch damals schon, habe ich schon nicht gehungert.

Meine Oma sagte zu den Nockerl auch immer „Wasserspatzen„. Warum sie das tat, kann ich euch leider nicht sagen. Ich nehme stak an, dass der Name auf die Zubereitung zurückzuführen ist, da sie mit Wasser zubereitet und auch im Wasser gekocht werden. Diese Nockerl gab es auch oft als Beilage zu Majoranfleisch oder Gulasch, eben ohne Ei. Es war halt so ein typisches „Essen für orme Leit“. Was hat es goßartig gebraucht? Mehl, Wasser, Öl, Salz und Eier. Und für die Eiernockerl eben noch etwas Schnittlauch und Eier zum Braten. Mehr Zutaten sind es nicht!

Gut! Nun aber weg von der Vergangenheit und nach vorn in die Zukunft. Wir schauen uns jetzt das Rezept an. Beim Rezept möchte ich noch dazu sagen, dass ich es für gewöhnlich immer nach Gefühl mache. Es hängt immer davon ab, wie gross die Eier sind, welches Mehl ihr verwendet und welche Qualität das Mehl hat. Deshalb ermutige ich euch gerne dazu auch mit etwas Gefühl zu arbeiten und auszuprobieren.

copyright Thomas Grosmann

Zutaten

für 4 Personen

  • 400g Mehl (griffig)
  • 3 Eier
  • 1 TL Salz
  • 200-250 ml Wasser
  • 50ml Öl

  • ausserdem:
  • 2 Zwiebeln
  • Paprikapulver und etwas Mehl
  • 6 Eier
  • Salz und Pfeffer
  • Schnittlauch
  • Öl zum Frittieren

Zubereitung

Das Wichtigste ist natürlich der Nockerlteig. Diesen habe ich diesmal meinen Freund machen lassen, einfach um ihm zu zeigen, welche harte Arbeit dahinter stecken kann den Teig richtig aufzuschlagen.

Beginnen wir damit die Eier in eine Schüssel zu schlagen. Fügen wir Salz und Öl hinzu und schlagen es mit einem Schneebesen gut auf. Jetzt noch das Wasser hinzufügen und nochmals durchrühren. Im nächsten Schritt geben wir gut 2/3 des Mehls in die Schüssel zu den Eiern und verrühren es gut. Irgendwann wird der Teig dicker und es wird schwerer mit dem Schneebesen zu schlagen. Hier wechsle ich zum Kochlöffel. Das restliche Mehl nun hinzufügen und mit dem Kochlöffel „durchziehen“. Damit meine ich, dass ihr hinten in die Schüssel eintaucht, durchzieht und vorne hoch, damit Luft unter den Teig kommt.

Der Teig darf etwas ruhen

Das kann schon sehr in die Arme gehen, weil das machen wir gut 5 bis 7 Minuten bis der Teig Blasen schlägt. Achtet darauf, er sollte nicht zu dünn sein und am Kochlöffel sich elastisch „ziehen“ lassen.

In der Zwischenzeit bereitet ihr einen großen Topf mit Wasser vor und salzt es. Dieses dann zum Kochen bringen. Wenn das Wasser kocht, schabt ihr mit einem Esslöffel Nockerl ins heisse Wasser, dabei immer den Löffel im Wasser absetzen, so bleibt nichts darauf kleben. Die Nockerl bekommen so ihre typische grobe und grosse Nockerlform. Gut 5 Minuten kochen lassen, bis sie alle an der Oberfläche schwimmen.

copyright Thomas Grosmann

Im besten Fall sehen die Nockerl im Wasser dann so aus, wie auf dem Bild links. Ist dies der Fall, abseihen und kalt abschrecken.

Für den Röstzwiebel schälen wir den Zwiebel, schneiden (oder besser hobeln) ihn in ca. 5 mm dicke Ringe und wälzen diese in einer Mehl-Paprika Mischung. Ich gebe alles meist in einen Frischhaltebeutel und schüttle es gut durch.

Öl in einem Topf erwärmen und die Röstzwiebel darin gold-braun raus backen. Schaut darauf, dass ihr die Zwiebelringe vorher gut abschüttelt, damit nicht zuviel Mehl mit ins Öl geht.

Langsam nähern wir uns dem großen Finale und ihr werdet merken, bis jetzt ging alles recht flott und einfach. Und ich verspreche euch, so gehts auch weiter.

Nehmt eine Schüssel zur Hand und schlagt 6 Eier darin. Fügt Salz und Pfeffer hinzu – mehr braucht es nicht für Eiernockerl – und verquirrlt dies gut.

Das Finale

Und nun kommen wir auch schon zum letzten Schritt in diesem Rezept. Am besten nehmt ihr den Topf, indem ihr vorher die Nockerl gekocht habt, und gebt gut 2-3 EL Butter hinein. Erwärmt diese bis sie vollständig geschmolzen ist und leicht braun wird.

copyright Thomas Grosmann

Gebt die gekochten Nockerl hinein und schwenkt sie gut durch die Butter, sodass sie wieder warm werden.

Jetzt gießt ihr die gesamte Eiermasse darüber. Aber Achtung, nicht gleich umrühren. Wartet bis sich eine leichte, braune Schicht am Boden bildet und das Eigemisch stockt. Vorsichtig umrühren und so lange machen bis die gesamte Eiermasse fest ist.

Schmeckt noch mit Salz und Pfeffer ab und dann geht es schon ans Servieren.

Gerne könnt ihr noch frischen Schnittlauch darüber streuen und die knusprigen Röstzwiebel. Einfach lecker! Ich hab am liebsten einen grünen Blattsalat mit einer einfachen Essig-Öl Marinade. Na? Was hab ich euch gesagt: „Einfach, schnell, günstig und vor allem lecker!“

Schaut gerne auf meinem Instagram @thomskuechen.block vorbei und hinterlasst mir eure Meinung in einem Kommentar, wie ihr mein Rezept findet.

Zubereitungszeit: 30 Minuten


Noch Gusto auf eine andere Hauptspeise?



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