Chinesische Mondkuchen zu Neujahr

Am 1. Februar starten wir in das chinesische, neue Jahr und wir begrüßen das Zeichen des Tigers. Dieser gilt charakterlich als durchsetzungsstark, mutig und abenteuerlustig. Tigern wird auch Spürsinn und eine Neigung dazu, sich Herausforderungen zu stellen, nachgesagt. Und Mooncakes spielen zu dieser Zeit eine ganz besondere Rolle.

Zum traditionellen Neujahrsfest werden eben Mooncakes an Freunde und Verwandte geschenkt. Diese kleinen Küchlein können sowohl salzig als auch süss gefüllt sein.

Jede Region Chinas hat eigene Rezepte. In Taiwan zB. werden die Mondkuchen salzig mit einem Eidotter und Fleisch gefüllt, dabei soll der Eidotter den Mond symbolisieren – der chinesische Kalender richtet sich nämlich nach dem Mondkalender. Üblicherweise werden die Süssen mit Bohnen, Ananas oder Sesam gefüllt.

copyright Thomas Grosmann

In meinem Rezept zeige ich euch, wie leicht ihr diese kleinen, leckeren Dinger selbst zuhause machen könnt. Nun gut, etwas Wichtiges braucht ihr schon, nämlich die Presse, die euren Mondkuchen in Form bringt. Diese könnt ihr aber recht günstig über diverse Internetanbieter erwerben. Ich zeige euch 2 Varianten, einmal mit gesüsster Bohnenpaste und einmal mit einer Nussfülle. Beide sehr lecker.

Oh, und das Wichtigste hätte ich fast vergessen. Mondkuchen werden oft mit teueren Beigaben verschenkt, also meistens mit einem roten Kuvert, dem HONG BAO (= „rotes Packerl“), in welches Geldgeschenke gesteckt wird.

Als letzter Fact bevor wir loslegen: der Legende nach wurden von den Mongolen in den Mooncakes geheime Botschaften versteckt und transportiert. Sie gelten als die Vorreiter der Glückskekse.

copyright Thomas Grosmann

Zutaten

für 8-10 Mooncakes

  • 150g Mehl
  • 100g Rübensirup oder Honig
  • 2 TL Sonnenblumenöl
  • 3 EL Vanillezucker
  • 400g gesüsste Bohnenpaste
  • 60g gemischte Nüsse
  • 20g getrocknete Cranberries
  • 2 TL Reismehl
  • 100ml Wasser
  • etwas Sesamöl
  • ca. 20g Zucker
  • 1 Ei

Zubereitung

So kompliziert die Mooncakes auch aussehen mögen, die Zubereitung ist es nicht. Zu Beginn müssen wir nur den Teig und auch die Füllungen vorbereiten. Im Grunde ist es ein Teig, der einen zweiten Teig oder eine Fülle umschließt und dann in Form gestampft wird. Für den Grundteig, die Hülle, vermengen wir das Mehl, den Honig oder Rübensaft, das Öl und den Vanillezucker. Dafür bitte etwas Geduld mitbringen, denn es kann schon länger dauern bis ihr einen geschmeidigen Teig habt. Diesen wickelt ihr in etwas Folie und lasst ihn bis zur Weiterverarbeitung bei Raumtemperatur ruhen.

Zweierlei Füllungen

Am einfachsten ist die Fülle mit der roten Bohnenpaste. Wenn ihr die gesüsste, rote Bohnenpaste kauft, müsst ihr diese nur mehr in der Pfanne kurz anbraten, bis sie eine feste Masse ergibt. Diese stellt ihr dann auch zur Seite.

Etwas komplizierter ist es bei der Nussfülle. Ich hatte praktisch alle Nüsse verwendet, die ich zuhause hatte: Cashew, Erdnüsse, Walnüsse, Pistazien, Sesam,… und zusätzlich auch Cranberries. Diese Zutaten macht ihr mit Hilfe eines Mixers klein, süsst sie mit dem Zucker und gebt etwas Sesamöl dazu.

copyright Thomas Grosmann

In einem Topf bringt ihr das Wasser zum Kochen und rührt dann das Reismehl unter. Solange Rühren und Kochen bis es eine zähe, milchige Konsistenz hat. Diese lassen wir dann abkühlen. Ist die Reismasse abgekühlt, fügt ihr sie zu den Nüssen hinzu und knetet alles gut durch. Hier kann es auch länger dauern, aber die Nussmasse sollte dann wie am Bild oben aussehen.

Mit einem Druck zum perfekten Mooncake

Und dann geht es auch schon ans Formen. Ihr seht oben, welche Presse ich dafür verwende, sowie auch die Auswahl an Formen und Motiven. Auf vielen Mooncakes sind chinesische Schriftzeichen zu finden, die Glücksbotschaften übermitteln sollen. Echt eine süße Idee!

Teilt den Grundteig in 8-10 Teile und formt gleichmäßig große Kugeln daraus. Diese müssen wir nun flach ausrollen. Zum Ausrollen könnt ihr auch etwas Reismehl verwenden. Aus der Bohnenmasse formt ihr auch etwa 2-3 cm grosse Kugeln und dasselbe macht ihr mit der Nussmasse. Ihr seht im Grunde sind alle Komponenten sehr gut zum Verarbeiten und nichts patzt oder klebt.

Jetzt nehmt ihr einen ausgerollten Kreis des Grundteiges und legt die Kugel mit der Bohnepaste in die Mitte hinein. Verschließt diese vorsichtig und legt sie mit der Seite, die ihr verschlossen habt nach oben in die Presse.

Nun mit Gefühl, aber fest andrücken. Das macht ihr jetzt mit allen Kugeln, die übrig geblieben sind. Sollte euch etwas von der Nussmasse überbleiben, könnt ihr Energieballs daraus formen. Die Bohnenpaste könnt ihr noch in Baozis füllen, aber das ist eine andere Geschichte.

Eure gestanzten Mooncakes setzt ihr nun auf ein Backblech und backt sie bei 180 Grad gut 10 Minuten bis sie leicht Farbe anziehen. In der Zwischenzeit verquirlt ihr das Ei mit etwas Wasser. Nach 10 Minuten Backzeit nehmt ihr das Backblech heraus, lasst ihr die Mondkuchen kurz abkühlen und bestreicht sie dann mit der Eimasse. Dadurch entsteht die schöne, goldbraune Färbung. Nun wieder ins Backrohr für gut 20 Minuten und danach sind sie bereit verschenkt zu werden.

Ihr werdet auch ein Video dazu auf meinem Insta Channel finden, und feststellen wie einfach die Zubereitung eigentlich ist.

Jetzt bleibt mir nur noch eines zu sagen:

„Xinnián kuàilè!“, was auch Hochchinesisch so viel bedeutet wie: „Frohes, neues Jahr!“

Zubereitungszeit: ca. 60 Minuten


Lust auf weitere süße Naschereien? Hier geht’s lang!



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