Herzlich-herbstliche Rüben-Zimtschnecken in Rot

Es ist ein offenes Geheimnis, dass ich Kürbis sehr gerne habe – genauso auch wie Bärlauch und Spargel. Aber gerade im Herbst gibt es noch einiges mehr an Gemüse, das verdient, verarbeitet zu werden. All jene die mir und meinem Blog schon länger folgen, haben auch meine Liebe zur roten Rübe schon kennengelernt. In diesem Beitrag werde ich sie aber nicht, wie sonst üblich, verkochen, sondern ich werde damit backen.

Die rote Rübe oder auch (eher in Deutschland) rote Bete genannt, kann sowohl süss als auch pikant eingesetzt werden. Früher wurde sie vor allem zum Einfärben von Kleidung und Gegenständen verwendet.

Ernährungswissenschaftlich ist wichtig zu erwähnen, dass die rote Rübe einen sehr hohen Vitamin B, Eisen, Kalium und Folsäuregehalt besitzt. Das macht sie zu einem wertvollen Gemüse, das sowohl als Beilage aber auch kalt als Salat gegessen werden kann.
In vielen Ländern ist sie in bekannten Gerichten (Labskaus, Borschtsch) ein wichtiger Bestandteil und gar nicht mehr wegzudenken.
Und habt ihr auch gewusst… die Blätter können ebenso als Gemüse verarbeitet werden.

copyright Thomas Grosmann

Aber warum muss ich denn eigentlich die rote Rübe in die klassischen Zimtschnecken einarbeiten?

Hmm, diese Frage kann ich euch nicht genau beantworten. Warum auch nicht? Das Ergebnis spricht jedenfalls für sich und die Schnecken schmecken einfach wunderbar.

Das Rezept zum Germteig unterscheidet sich ein wenig von meinem Standardrezept. Hier würde ich euch einerseits empfehlen unbedingt frischen Germ zu verwenden und andererseits den Ansatz mit Wasser und Zucker zu machen. Ich verspreche euch, so wunderbar flaumige Schnecken werdet ihr sehr, sehr selten gegessen haben.

copyright Thomas Grosmann

Zutaten

für eine Auflaufform

  • 700g Mehl
  • 1 Würfel frische Germ
  • 100ml warmes Wasser
  • 150ml warme Milch
  • 100ml rote Rüben Saft
  • 2 Eier
  • 70g Zucker
  • 70ml Öl
  • 5 Äpfel, etwas Rum
  • Saft einer halben Zitrone
  • 50g Butter,
  • 100g braunen Zucker
  • 3 TL Zimt
  • 60g Butter
  • 120g Frischkäse
  • 100g Staubzucker
  • 1 Pk Vanillezucker

Zubereitung

Wir beginnen damit den Germ anzusetzen und die Pilzbakterien zum Wachsen zu bringen. Dafür bröseln wir den Germwürfel in das warme Wasser und fügen die 70g Zucker hinzu. Das verrühren wir sehr gut mit einem Schneebesen und lassen es gut 10 Minuten stehen.

In der Zwischenzeit schälen wir die Äpfel und schneiden sie in kleine Würfel. Ebenso pressen wir eine halbe Zitrone aus und stellen uns den Saft zur Seite.

Nach etwa 10 Minuten Germansatz fügen wir 1/3 des Mehles hinzu, vermengen es gut und lassen es wieder gut 10 Minuten rasten. Jetzt wird der Ansatz leichte Blasen werfen.

Wie auch im Leben: Ruhe tut gut

Während sich die lieben Bakterien im Ansatz „vermehren“ dürfen, bereiten wir den Grundteig zu. Dafür schlagen wir Eier, Milch und Öl mit etwas Salz flaumig auf und fügen den roten Rüben Saft hinzu.

Anschließend geben wir den Germansatz hinzu und lassen den Teig in der Küchenmaschine gut 10 Minuten zu einem leicht klebrigen Teig kneten.

Dieser Teig darf nun für mindestens 3 Stunden an einem warmen Ort ruhen. Diese Zeit braucht der Teig auch um wirklich flaumig zu werden.

copyright Thomas Grosmann

Während der Teig ruht, können wir die Fülle für unsere Zimtschnecken herstellen. Diese sollte auch abkühlen bevor wir unsere Schnecken damit befüllen.

Die Äpfel haben wir ja schon klein geschnitten. Nehmt eine Pfanne zur Hand und gebt die Butter hinein, lasst diese schmelzen und fügt etwas braunen Zucker hinzu. Der Vorteil von braunem Zucker ist, dass dieser schon leicht karamellisiert schmeckt. Sind Butter und Zucker geschmolzen, gebt die klein geschnittenen Äpfel in die Pfanne und rührt gut um. Löscht mit etwas Rum und dem Zitronensaft ab, und lasst die Äpfel für gut 6 Minuten einkochen.

Allein der Duft der Äpfel macht schon sehr viel Gusta auf die Zimtschnecken. Lasst die marinierten Äpfel bis zur Weiterverarbeitung abkühlen.

A runde G’schicht

Man sagt nicht umsonst: „Gut Ding braucht Weile“. Der rosarote Germteig sollte nun sicher um das Doppelte aufgegangen sein. Bemehlt eure Arbeitsfläche und kippt den Germteig aus der Schüssel direkt auf die Fläche.
Aber ACHTUNG! Den Teig nicht kneten!!! Rollt ihn mit Hilfe eines Nudelwalkers (Nudelholz) zu einem Rechteck aus. Der Teig sollte ca. 3-4 Millimeter dick sein

Ist der Teig in Form gebraucht, bestreicht ihr diesen mit etwas flüssiger Butter. Das steht jetzt nicht in der Zutatenliste, denn es ist mein persönlicher Geheimtipp. Auf den bestrichenen Teig verteilt ihr jetzt die gebratenen Äpfel.

Zu guter Letzt streut ihr nach Wunsch Zimt und Zucker darüber.

Beim Einrollen des Teiges müsst ihr ein paar Schritte beachten…

Am besten lasst ihr auf der oberen Seite etwas Platz (wie auf dem Foto oben), denn wenn wir nun gleich den Teig einrollen, schieben sich die Apfelstückchen nach vorne und fallen heraus, und das wäre wirklich schade.

Beginnt also von unten, immer wieder stückerlweise den Teig einzurollen, bis ihr den ganzen Teig aufgerollt habt. Zwickt die Ränder des Teiges mit dem Rest zusammen, sodas die Schnecken später nicht aufgehen. Vergesst dabei nicht die Seiten links und rechts.

Die ganze Rolle schneidet ihr nun in gleichgroße Vierteln (am besten halbieren und noch einmal halbieren). Diese Teile drittelt ihr dann, somit kommen wir auf 12 Schnecken. Legt diese seitwärts mit dem Rollenmuster nach oben in eine Auflaufform mit Backpapier und gebt dem Teig nochmals gut 20 Minuten zum Rasten. In dieser Zeit könnt ihr das Backrohr auf 180 Grad aufheizen.

Nach den 20 Rastminuten gebt ihr die Schnecken ins Backrohr und backt diese leicht braun, das sind auch ca. weitere 20 Minuten.

Während die Schnecken backen, bereiten wir unser Frischkäsetopping zu.

Dafür vermengen wir die zimmerwarme Butter mit dem Staubzucker und dem Frischkäse. Vorsicht! Lasst aber zuerst Butter und Staubzucker schaumig aufschlagen und fügt dann erst den Frischkäse zu.

Nach dem Backen, bestreicht die flaumig weichen, lecker riechenden Apfel-Zimtschnecken mit dem Frischkäse Topping. Es grenzt fast an Foodporn, wie samtig weich das Topping sich an die warmen Zimtschnecken schmiegt.

mit Bauernkäsekrainer

Ich könnte euch jetzt sagen: „Lasst die Schnecken abkühlen und serviert sie dann zur Jause“, aber jeder weiss, dass Zimtschnecken warm und frisch am besten schmecken. Manche von euch werden sich noch immer fragen: „Und warum jetzt wirklich die rote Rübe?“
Ganz einfach… Sie verleiht dem Teig etwas Erdiges, Frisches und passt somit wunderbar zum Gesamtbild. Und außerdem, wie viele von euch haben schon einmal rosarote Zimtschnecken gesehen, geschweige denn gegessen. Na eben! Lasst es euch schmecken und sagt mir bescheid, ob es gemundet hat.

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Zubereitungszeit: mind. 4 Stunden


Ihr seid Naschkatzen und wollt noch mehr Süßes – seht her!



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